Familienberatung

Ich unterstütze Familien mit dem Wunsch, trotz wachsender gesellschaftlicher Herausforderungen in liebevollem Kontakt miteinander und mit ihren Kindern zu bleiben – oder wieder dorthin zurückzufinden.

»Um ein Kind aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf«
Als Vater zweier mittlerweile erwachsener Kinder fühle ich mich mit der Wahrheit in diesem nigerianischen Sprichwort sehr verbunden.
Nur wenige Familien verfügen heute über die Beziehungsvielfalt und gegenseitige Unterstützung eines Dorfes. Oft fehlen Großeltern oder andere vertraute Menschen im unmittelbaren Umfeld. Besonders für Alleinerziehende kann der Mangel an Unterstützung zu einer großen Belastung werden.
Gleichzeitig stehen Eltern häufig zwischen den Bedürfnissen ihrer Kinder und wachsenden gesellschaftlichen Anforderungen, insbesondere durch das Schulsystem. Sie geraten in eine Art Knautschzone zwischen dem Kindeswohl im Hier und Jetzt und den Erwartungen an die schulische und berufliche Zukunft ihrer Kinder.
Hinzu kommen alltägliche Konflikte, etwa um die Beteiligung heranwachsender Kinder an der Hausarbeit. Oft entstehen in dieser Zeit Konflikte, die über Jahre andauern und die Beziehungen in der Familie nachhaltig belasten.
Ich bin überzeugt, dass wir grundlegende gesellschaftliche Veränderungen brauchen, um Familien zu entlasten und ein erfülltes Miteinander zu erleichtern. Gleichzeitig möchte ich Familien dabei unterstützen, auch unter den heutigen Bedingungen Wege zu finden, die gegenseitiges Verständnis, eigenverantwortliche Beteiligung und liebevolle Beziehungen ermöglichen.
Dabei geht es mir nicht nur darum, Konflikte zu lösen, sondern auch darum, Bedingungen zu schaffen, unter denen familiäre Beziehungen wieder mehr von Freude, Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung getragen werden können.
Authentische Kommunikation, gegenseitiges Verständnis und Werkzeuge für gemeinsame Entscheidungsfindung können dabei eine große Hilfe sein.

Wie sich das familiäre Miteinander verändern kann, beschreibt die Mutter eines 16-jährigen Sohnes nach etwa neun Monaten:
»Wenn ich daran denke, wie verzweifelt ich Anfang des Jahres über die Situation mit meinem Sohn war, dann bemerke ich wie viel seit dieser Zeit passiert ist.
Die Hausarbeit war ein ständiges Konfliktthema zwischen uns. Ich hatte das Gefühl, dass ich ihn immer wieder dazu bringen muss, einen Teil zu übernehmen. Ich habe Druck gemacht und war enttäuscht, wenn Vereinbarungen nicht eingehalten wurden. Einmal war die Situation so eskaliert, dass ich ihn aus dem Kino nach Hause holen wollte, weil er den Geschirrspüler nicht ausgeräumt hatte. Ich wusste damals nicht mehr weiter.
In den vergangenen neun Monaten hat sich vieles verändert. Mein Sohn hat nach wie vor nicht unbedingt Lust auf Hausarbeit, aber er übernimmt inzwischen Verantwortung, geht selbstständig einkaufen und kocht für uns. Ich spüre, wie sehr mich das entlastet, und kann es unglaublich wertschätzen.
Besonders berührt hat mich eine kleine Begebenheit: Neulich war die Küche am Abend noch nicht aufgeräumt. Früher hätte ich Druck gemacht, dass mein Sohn das erledigt, bevor er sich mit Freunden trifftt. Diesmal konnte ich ihm überlassen, wann er es macht. Als ich nachts nach Hause kam, war die Küche tatsächlich aufgeräumt. Das war eigentlich eine Kleinigkeit, aber für mich gleichzeitig etwas ganz Großes.
Am nächsten Tag hat er wieder für uns gekocht. Ich habe ihm zugeschaut, wie sorgfältig er das Essen zubereitet, und es richtig genossen, von ihm bekocht zu werden. Danach habe ich ihn gefragt, was ich ihm Gutes kochen könnte. Es war plötzlich so ein gegenseitiges Gefühl: Du hast mir etwas Gutes getan, jetzt möchte ich dir etwas Gutes tun.
Ich glaube, das Wichtigste, was in all den Monaten passiert ist, ist meine eigene Veränderung. Meine Einstellung und dadurch auch meine Stimmung haben sich verändert.
Ich habe gelernt, weniger Erwartungen zu haben und mich mehr über die kleinen Dinge zu freuen, die zwischen uns entstehen. Es gibt mehr Entspannung, mehr Wertschätzung und kleine Momente der Verbindung, die ich früher vielleicht gar nicht wahrgenommen hätte.
Ich bin sehr berührt und dankbar dafür, was sich zwischen uns verändert hat.«
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